Um 8 Uhr werde ich heute geweckt. Mir wird ein süßes weiches
Baguette und ein Zitronengrastee von Enoch, dem Sohn meiner Gastmutter Angèle
überreicht. Noch hatte niemand in Deutschland von meiner guten Ankunft in Togo
erfahren und so mache ich mich, das erste Mal alleine, mit dem Moto auf den Weg
zum Projektgelände, da es dort Internet gibt. Nach 3 Minuten Fahrt steige ich
vom Moto und schreite hinein zu Agerto. Die Schreinerwerkstatt zu meiner
Rechten, kurz danach die Krankenstation und die Weberei, wie ich später
erfahren sollte, dann tut sich eine Art Rasenfläche auf wo die Schneiderei
rechts, das Computerhaus gerade aus und die Boutique und Holzwerkstatt zur
Linken angrenzen.
Unter einen Baum nehme ich meinen Platz ein und hole meinen
Laptop heraus. Skype geht an. Doch meine Oma ist nicht online. So denn zücke
ich mein Telefon und tippe die deutsche Nummer von Zuhause ein, es wird
abgenommen und nach kurzer Absprache wieder aufgelegt, es sei ja teuer. Ob 15
ct pro Minute viel ist? Nun öffnet sich Skype und ich kann bestätigen, dass ich
in einem Stück in Afrika angekommen bin.
Zurück in meinem kleinen Zimmer, geht das Programm bald
weiter. Mir soll die Stadt und der Markt gezeigt werden. Auf dem Weg dorthin kommen wir an der gerade renovierten katholischen Kirche vorbei, die noch in der Kolonialzeit von den Deutschen erbaut wurde. Auf dem Markt
angekommen, bin ich überwältigt von den vielen Menschen, den vielen Ständen und
Angeboten. So werde ich durch die Gassen geschoben, hier und da höre ich ein
zischen oder ein Yovo, Yovo, was so viel wie Weißer, Weißer bedeutet auf der
anderen Seite angekommen und nach ein paar Einkäufen meiner Begleiter geht’s am
Nachmittag noch zu Basketball spielen. Ich war gar nicht mal so schlecht, wir
haben in drei zweier Teams gespielt, das ging, auch wenn mein Französisch und
Ewe nur sehr gebrochen sind.
Ein aufregender Tag. Erschöpft falle ich um halb neun ins
Bett, viele Eindrücke müssen nun verarbeitet werden. Morgen steht auch viel auf
dem Programm…
Euer Sebastian
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