24.10.2014

1. Monat Überblick



Hallo ihr Lieben!

Ich bin nun schon einen Monat im fernen Togo und komme gar nicht hinterher alles zu berichten, was ich so erlebe und schon erlebt habe. Dennoch möchte ich kurz zusammenfassen, was mein Leben hier so im groben ausmacht.



Arbeit

Also ich Arbeite hier immer von Montags bis Freitags von 8 Uhr bis 17 Uhr mit einer Mittagspause von 12 bis 14 Uhr. Die Arbeit im Projekt ist abwechslungsreich. Agerto bildet ja ca. 50 junge Menschen die aus sozial schwachen Verhältnissen kommen und dadurch z.B. zur Prostitution getrieben werden zu Schneidern, Schweißern, Schreinern oder Holzkünstlern aus. Neben der theoretischen Ausbildung im Projekt gibt es auch noch konkrete Projekte, wie der Bau einens Wasserturms für ein Dorf, der als Praxiserfahrung der Ausbildung dient. Dort sind wir Freiwilligen vor Ort, um Fotos zu machen und Berichte zu verfassen, Interviews zu führen und Anregungen zu geben. So auch bei einem Waisenhaus, welches von einer Deutschen finanziert und aufgebaut wurde. Alles was Messan, der Präsident von AGERTO macht muss dokumentiert und transparent weitergeleitet werden, daher sind wir auch für die Facebook-Präsens und die Gestaltung und Aktualisierung der Webseite zuständig. Weiterhin haben wir einen von ehemaligen Freiwilligen angelegten Garten in dem viel Arbeit wartet und fangen jetzt auch an verschiedene Kurse, wie Französisch, Aufklärung und Computer für die Lehrlinge anzubieten. Und viele weitere neue Ideen können und werden wir auch noch einbringen können. 


Freizeit

Neben der Arbeit bleibt nicht viel Zeit, ich werde 2 Mal am Tag warm bekocht von meiner Gastmama hier. Das Frühstück besteht derzeit aus Weißbrot, Butter und Schmierkäse mit Zitronengrastee…
Montags war ich jetzt schon zweimal beim Techwando, da gehe ich mit einem Mitfreiwilligen Simon hin, es ist kostenlos und macht Spaß, mal schauen, wie sich das so entwickelt. Sonst treffe ich mich auch viel mit den anderen ca. 6 Freiwilligen von einer Austauschorganisation und wir schauen Filme gehen über den Markt oder spielen Kartenspiele. Auch mit Einheimischen mache ich öfter einen Spaziergang oder fahre am Wochenende weg und schaue mir u.a. Wasserfälle oder ähnliches an. 

Essen 

Das Essen ist hier meist ganz anders als in Deutschland. Ich esse Mittags meist im Projekt, dort wird aber nur dreimal in der Woche warm gekocht, da leider nicht mehr Spenden fürs Essen zur Verfügung stehen. Die anderen beiden Tage macht die Gastmutter etwas für mich und wir essen das dann zusammen in der Mittagspause. Abends um 19 Uhr gibt‘s dann Abendessen. Meist auf irgendeiner Breibasis mit einer Art Fleischsoße. Dazu aber später mehr.

Menschen

Die Menschen sind hier eigentliche alle ganz offen und freundlich. Abends brauche ich mir keine Sorgen zu machen, denn man grüßt sich und die Situation ist sehr entspannt. Es gibt ja keine Straßenbeleuchtung, aber jetzt weiß ich auch, warum die Handys eine Leuchtfunktion besitzen. 

Sprache

Auch wenn mein Französisch noch etwas holperig ist, geht es ganz gut mit der Verständigung. Alle Menschen sprechen hier auch Ewe und meist auch nur Ewe miteinander. Das ist etwas schade, aber auch eine spannende Sprache und wenn man nachfragt, oder bittet, dass auf Französisch gesprochen wird, dann ist das auch kein Problem.

Ich werde alles nochmal ganz ausführlich mit Wochenberichten erläutern, aber erstmal hier ein kurzer Überblick… 

Ich hoffe euch geht’s allen gut!
Euer Sebastian.

20.10.2014

Tag 4 Wasserfall, Deutsche Spuren und langer Marsch


Am Sonntag sind wir noch zu einem Wasserfall gefahren, mit Matthias(Nachbar) und Enoch, dem Sohn von Angèle (Gastmutter). Wir sind mit dem Moto hingefahren und haben dort nach einem kleinen Eintritt eine gewisse Zeit verbracht. Der Wasserfall war echt schön, aber nicht der größte in der Umgebung… Wir haben im Wasser gestanden und Bilder gemacht. Nach der der ausgiebigen Besichtigung haben wir uns wieder angezogen sind den kurzen Weg nach oben gestiegen und dann weiter den Berg hinauf, zu Fuß. Nach einer ganzen Weile erblickten wir ein kleines Haus auf der linken Seite der Straße. Ein kleines Schild verwies auf einen deutschen Friedhof in 500 m. Das wollte ich mir doch nicht entgehen lassen und 500m sind ja wirklich nicht weit… Auf geht’s mit Flip Flops ins Dickicht. Kurz darauf tat sich ein weites Gelände auf mit ein paar verfallenen Gebäuden, wohl von den Deutschen vor 100 Jahren erbaut. Ein weiteres Schild weist auf den 500m entfernten Friedhof hin. Der Weg wird abschüssiger doch Enoch lässt sich nicht abbringen den Weg mit dem Fahrrad zu bestreiten. Über Stock und Stein, der Friedhof wird wieder auf 500 m Entfernung beschildert, also langsam wird mir das rätselhaft, warum wird’s nie kürzer… Naja noch eine kurze Weile und wir sind da. Ein paar Gräber mit deutschen Baumeistern, die vor langer Zeit starben… Und nun fängt es auch noch zu regnen an. Schnell zurück, damit wir Pause machen können. Enoch hatte ganz schön zu kämpfen mit dem Fahrrad, aber gut oben angekommen konnten wir uns bei Weißbrot und Käse unsere verdiente Stärkung zu Gemüte führen und unsere Namen mit Kohle an der Hauswand verewigen.  
Dann traten wir den Rückweg an, doch es für den Berg hinab kein Moto, da fuhr Enoch vor, um uns eins entgegen zu schicken. Und los ging unsere Tour, auf der Straße mit den tausend Schlaglöchern, von Bäumen umrahmt. Wir aßen die Reste der gepflückten roten Beeren, bei denen man den Kern nicht essen sollte, da er sehr bitter ist. Nach ca. 3 Stunden hatten wir die gut 10 Kilometer zurück nach Kpalimé bewältigt und sind noch eine Weile durch die Stadt gestreift bevor wir dann endgültig nach Hause zurück kehrten, wo es dann sogleich Abendbrot gab.







Ein wirklich abenteuerreicher Tag, nachdem ich wohl mit gutem Grund in mein Bett fallen durfte und sogleich in einen tiefen Schlaf, der nur minder von den tanzenden Mäusen unter der Decke gestört wurde fallen durfte, so denn der morgige Tag mein erster Arbeitstag im Projekt sein sollte.

Tag 3 Kpalimé erleben und Sport machen


Um 8 Uhr werde ich heute geweckt. Mir wird ein süßes weiches Baguette und ein Zitronengrastee von Enoch, dem Sohn meiner Gastmutter Angèle überreicht. Noch hatte niemand in Deutschland von meiner guten Ankunft in Togo erfahren und so mache ich mich, das erste Mal alleine, mit dem Moto auf den Weg zum Projektgelände, da es dort Internet gibt. Nach 3 Minuten Fahrt steige ich vom Moto und schreite hinein zu Agerto. Die Schreinerwerkstatt zu meiner Rechten, kurz danach die Krankenstation und die Weberei, wie ich später erfahren sollte, dann tut sich eine Art Rasenfläche auf wo die Schneiderei rechts, das Computerhaus gerade aus und die Boutique und Holzwerkstatt zur Linken angrenzen.


Unter einen Baum nehme ich meinen Platz ein und hole meinen Laptop heraus. Skype geht an. Doch meine Oma ist nicht online. So denn zücke ich mein Telefon und tippe die deutsche Nummer von Zuhause ein, es wird abgenommen und nach kurzer Absprache wieder aufgelegt, es sei ja teuer. Ob 15 ct pro Minute viel ist? Nun öffnet sich Skype und ich kann bestätigen, dass ich in einem Stück in Afrika angekommen bin.

Zurück in meinem kleinen Zimmer, geht das Programm bald weiter. Mir soll die Stadt und der Markt gezeigt werden. Auf dem Weg dorthin kommen wir an der gerade renovierten katholischen Kirche vorbei, die noch in der Kolonialzeit von den Deutschen erbaut wurde. Auf dem Markt angekommen, bin ich überwältigt von den vielen Menschen, den vielen Ständen und Angeboten. So werde ich durch die Gassen geschoben, hier und da höre ich ein zischen oder ein Yovo, Yovo, was so viel wie Weißer, Weißer bedeutet auf der anderen Seite angekommen und nach ein paar Einkäufen meiner Begleiter geht’s am Nachmittag noch zu Basketball spielen. Ich war gar nicht mal so schlecht, wir haben in drei zweier Teams gespielt, das ging, auch wenn mein Französisch und Ewe nur sehr gebrochen sind.


Ein aufregender Tag. Erschöpft falle ich um halb neun ins Bett, viele Eindrücke müssen nun verarbeitet werden. Morgen steht auch viel auf dem Programm…

Euer Sebastian


10.10.2014

Fahrt nach Kpalimé und Willkommen von Messan Tag 2

Ein langer Tag bricht um 6 Uhr an, um genau zu sein hat mein Wecker schon um 5 Uhr geklingelt. Noch kurz unter die kalte Dusche gesprungen und dann kam auch schon Jacob, um mich abzuholen. Das Auto musste noch voll getankt werden und ein Ticket für die „Maut“ gekauft werden. Zum Frühstück gabs Café au Lait. Der ist hier aber anders als in Deutschland. Es gibt nämlich keine Milch und kein Kaffeepulver… Sondern Milchkonzentrat und Instantkaffeepulver, mit heißem Wasser wird das ganze sogar ganz lecker…

Auf dem Weg nach Kpalimé haben wir uns über Voodoo und die anstehenden Wahlen unterhalten. Soweit ich das auf Französisch richtig verstanden habe, meinte Jacob Voodoo sei schlecht nur Gott sei gut und jede Religion bete denselben Gott an. Ganz interessant.

Nach ungefähr zwei Stunden gemütlicher Fahrt, denn die Straße ist echt gut ausgebaut hat sich die Erde angefangen zu heben; Berge. Noch ein kurzes Stück und wir biegen in den Eingang des Ausbildungszentrums ein.

Messan hat mich schon erwartet und mich sehr nett willkommen geheißen. Wir sind dann zusammen zu meinem Zimmer gefahren, wo ich meine Koffer ablegen konnte. Einfach ein ca. 15 m² großer Raum, aber im schönen Blau gestrichen und mit Bett und Schreibtisch.

Dann gings weiter zur Bank, denn ich hatte ja gar keine CFA(Währung hier). Für 1€ bekommt man hier 655 CFA. Dann noch zum Togocell Laden und mir eine Sim-Karte besorgt, nun habe ich also auch eine eigene Nummer! Zurück im Zentrum haben uns noch zwei Deutsche besucht, einer hat auch mal im Projekt gearbeitet und sie sind jetzt nur zu Besuch in Kpalimé. Wir haben alle nett zusammen gesessen, uns unterhalten und gegessen. Nachdem sie gegangen sind, saß ich noch mit Messan und der zweiten Freiwilligen die auch bei AGERTO arbeiten wird zusammen im Büro. Sie heißt Tjada und kommt auch aus Berlin… Und wie wir feststellen mussten, kennen wir zwei Menschen gemeinsam aus Berlin. So ein Dorf haha.

Natürlich wurde mir auch das Projektgelände vorgestellt. Dazu möchte ich aber einen extra Beitrag schreiben mit Bildern und Erläuterungen, es ist nämlich ganz schön viel Los hier… Das hat mich echt beeindruckt. Was ich schon sagen kann, es gibt ca. 100 Menschen die insgesamt auf dem Gelände arbeiten.

Nachmittags hat es angefangen in Strömen zu regnen. Messan hat mich auf dem Moto(rad) nochmals zur Bank gefahren, sodass ich ein wenig Geld und vor allem kleines Geld habe; 100 CFA(ca. 15 ct) ist mit das wichtigste Geldstück. Noch einen Regenschirm gekauft und auf dem Moto mit dem Regenschirm gefahren. Sehr ungewöhnlich für Togo, aber Messan meinte wir setzten eine neue Mode in die Welt.

Abends habe ich dann mit meiner Gastmutter, Angèle Abendbrot gegessen. Denn ich werde hier drei Mal am Tag bekocht. Sie hat einen Sohn, Enoch der ist 15 Jahre alt und ein ganz schlaues Kerlchen. Ich werde Sie euch auch noch genauer Vorstellen.

Soweit erstmal. Ich habe noch viel zu erzählen, denn nun sind ja schon 14 Tage hier in Togo vergangen.


Bis demnächst Sebastian.