23.09.2015

Bericht über die Reise nach Benin vom 07.03 bis 14.03.2015

Die Beninreise sollte die letzte Reise in Westafrika sein, bevor ich wieder zurück nach Berlin fuhr. Es war gar nicht so einfach ein Visum für Benin zu bekommen, da sie gerade zum neuen Jahr ihre Einrei-­‐ sebedingungen verschärft hatten und man nun eine schriftliche Bestätigung eines Hotels brauche und noch einige komische Dinge ausfüllen sollte. Wir haben das Visum aber bekommen und sind mit 3 Mädchen und 3 Jungs nach Grand Popo gefahren, das ist ein kleines Dorf an der Grenze zu Togo in Benin. Die Mädchen sind schon weitergefahren, und wir sollten sie erst in ein paar Tagen wieder sehen. 


 In Grand Popo haben wir eine Bootstour in einem ausgehöhlten Baumstamm gemacht und haben ein Voodoo Dorf besucht. Das war wirklich spannend, denn dort standen ein paar „Fetische“ herum, die für den Schutz des Dorfes sorgen sollten. Abends haben wir in der Lions Bar, wo wir auch geschlafen haben Skat gespielt und bei einem Lagerfeuer am Strand entspannt. Wir haben dort auch eine andere Freiwillige aus Kpalimé(Togo) getroffen und haben uns kurzerhand als Reisegruppe mit ihrem Freund zusammen getan und sind am nächsten Tag zusammen nach Quidah mit dem Taxi gefahren. Dort haben wir eine Tour über den Sklavenweg gemacht, denn in Benin wurden sehr viele Sklaven nach Lateinamerika verschleppt. Am Ende des Weges kamen wir an das Tor of no Teturn. Anschlie-­‐ ßend sind wir noch zum Python Tempel gefahren, wo heilige Königskobras um den Hals gelegt wer-­‐ den konnte... Ein wenig Respekt hatte ich schon, aber die Schlangen waren sehr friedsam. 


Am nächsten Tag ging es weiter nach Cotonou, der inoffiziellen Hauptstadt Benins. Über einen Freund eines Freundes, haben wir Jus kennengelernt. Ein wirklich interessanter Mensch, denn er machte gefühlte hundert Dinge auf einmal und war damit auch noch sehr erfolgreich u.a. als Nationaltrainer der Volleyballmannschaft, Solarpanelinstallateur, Fußball Akademiebesitzer, Kampfkünstler uvm. Wir sind mit ihm essen gegangen und er hat uns eingeladen. Am Nachmittag sind wir nach Ganvié, das Venedig Westafrikas. Das war wirklich eine schöne Erfahrung und wirklich erstaunlich, wie all die Häuser auf dem Wasser wohl errichtet worden waren. 
Am Abend sind wir dann zur Villa von Jul gefahren. Ein wirklich schönes Haus und es gab warmes Wasser, eine Mikrowelle und einen Kühlschank. Davor hatten wir uns bei strömendem Regen über Politik in Afrika unterhalten und u.a. über die Vereinigten Staaten von Afrika. Sehr interessante Ansätze. Nach dem ausführlichen Fernsehgenuss ging’s dann ab ins Bett mit Klimaanlage. 



Früh sollte es am nächsten morgen nach Porto Novo der Hauptstadt Benins losgehen. Manou, ein anderer Freiwilliger, der mit Gehörlosen arbeitet wollte unbedingt zu einer Schule, die dort Gehörlose und Hörende zusammen unterrichtet. Das war wirklich eine spannende Sache, denn die Lehrer haben unterrichtet und dann haben die hörenden Schüler alles für die nicht Hörenden übersetzt. Anschließend haben wir ein Museum über den Afrobrasilianischen Einfluss angeschaut und waren in einem sehr interessanten Naturschutz-­Nachhaltigkeits-­Projekt Von Tierzucht, über Landwirtschaft bis hin zu Biodieselproduktion war alles in einem großen Kreislauf auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Dann mussten wir zurück nach Cotonou, da wir dort morgen früh zusammen mit den Mädchen in den Norden von Benin fahren wollten. 

Leider hatten wir am Vorabend etwas schlechtes gegessen und daher ging es mir am morgen nicht besonders gut. Nachdem wir beim Bus die Mädchen getroffen ha-­‐ ben und auch endlich den richtigen Bus plus Tickets gefunden hatten ging es los. Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten und musste mich übergeben, aber zum Glück hatte ich mir schon ein paar Tüten bereitgelegt. Danach stieg mein Fieber innerhalb einer Stunde von 37 auf 38,5°C und wir hatten keine Medikamente... Alle dachten ich hätte Malaria, ich aber war der festen Überzeugung, dass es sich nur um eine Magenverstimmung halte. Ich wurde vom Buspersonal ganz nach Vorne versetzt und ich bekam eine Paracetamol kurze Zeit später nahm das Fieber ab und mir ging es langsam besser. Die 14 Stunden Busfahrt vergingen sehr schleppend. Abend wurden wir in Tanguetta, wo uns Alfred, ein Deutscher, mit dem Jeep abgeholt hatte und uns auf eine sehr abenteuerliche Spritztour zum Hotel mitnahm. Mit 80 über die Schotterpiste, Stock und Stein, Hügel und Schlagloch als ob wir auf der Autobahn wären.

Den Besuch im Nationalpark, weswegen wir in den Norden fuhren haben wir um einen Tag nach hinten verschoben, da ich mich erst richtig auskurieren sollte. Die Nacht verging ohne Probleme und auch am morgen ging es mir hervorragend, kein hohes Fieber mehr und auch Appetit denn ich hatte am Vortag fast nichts gegessen und nur sehr wenig getrunken... 

Der Tag sollte entspannt werden, wir saßen am Quellwasserpool und haben den Spiegel gelesen und uns unterhalten. Abends gab es leckeres Essen und ich habe mich mit einem Deutschen Ingenieur Kurt unterhalten der Großprojekte in der Ölbranche realisiert. Das war sehr spannend. Wir sind nicht zu spät ins Bett denn morgen sollte es um 5:30 Uhr losgehen. 

Das war aufregend. Wir haben Nach einem kurzen Früh-­‐ stück den Guide Thoma abgeholt und sind dann auf dem Dach des Jeeps mit einer extra Sitzvorrichtung in den Park Pandjari gefahren. Dort haben wir schon bald die ersten Tiere gesehen. Antilopen, Affen und viele Vögel. Wir sind zu vielen verschiedenen Wasserlöchern gefahren und ha-­‐ ben dort u.a. Hippos und Krokodile sowie auch viele Elefanten gesehen. Wir waren den ganzen Tag unterwegs und haben mittags lecker Leberwurstbrote essen dürfen. Am Abend habe ich mich noch mit Alfred unterhalten, der mit seinem Backenbart wie ein alter Kolonialherr aussieht. Er ist Landmaschinentechnikermeister ist dann aber in die Entwicklungshilfe gegangen hat in Benin seine Frau kennengelernt und eine Tochter bekommen, dann hat er das Hotel übernommen und versucht nun irgendwie über die Runden zu kommen. 

Es war eine sehr intensive und spannende Zeit, ich war aber auch froh wieder zu Hause in Kpalimé zu sein und meine letzten Tage in Togo anzutreten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen