Hallo
ihr Lieben!
Ich
komme schon wieder nicht hinterher alles in den Blog zu stellen, was ich hier
so erlebe. Nun ist schon der 2. Monat wie im Fluge vergangen. Gesund bin ich
wie eh und jeh und viele neue Dinge habe ich erleben dürfen. Einiges möchte ich
hier zusammenfassend berichten und hoffe, dass ich näheres noch auf dem Blog
veröffentlichen kann…

Die Arbeit
Die Arbeit
bei AGERTO ist nicht weniger geworden, sondern tendenziell sogar mehr. Ich habe
Einsicht in die Buchhaltung bekommen, den Computerkurs weiter ausgebaut, im Garten
gearbeitet, einige Besucher im Zentrum empfangen und herumgeführt, an der
Webseite des Projekts gearbeitet, viele Berichte für die Facebookseite
geschrieben u.v.a.m.
Der Computerkurs
Der
Computerkurs, den ich ins Leben gerufen habe, läuft sehr gut, auch wenn oft
kein Internet oder gar der Strom weg ist, dann lasse ich mir aber etwas anderes
einfallen und es macht trotzdem Spaß. Zuerst wollte ich mit allen eine E-mail
Adresse einrichten, sodass wir einen Facebook-Account einrichten können, um
untereinander in Kontakt zu treten, Fotos zu versenden, oder auch mir in
Deutschland berichten, können wie es so voran geht im Projekt. Dazu habe ich
auch ein Arbeitsblatt mit vielen Bildern entworfen, da viele schlecht Lesen
oder schreiben können. Doch mein Motto lautet Übung macht den Meister. So denn
das Internet nicht da ist, haben wir zusammen die Deutsche und bald auch die
Togolesische Flagge in Word erstellt, sodass sie später auch für ihr eigenes
Geschäft Flyer, Briefe, Visitenkarten oder Plakate herstellen können. Es macht
viel Spaß mit den Jugendlichen zu arbeiten, obwohl es mir manchmal schwer fällt
etwas fachspezifisches auf Französisch zu erklären, aber zu Glück gibt es hier
einen einheimischen Informatiklehrer, der mir unterstützend an der Seite steht,
sein Name ist Frederik oder auch einfach Fredo. Er kann auch ein bisschen
Deutsch, spricht außer Französisch auch noch Arabisch und natürlich Ewe.
Die Buchhaltung
Die
Buchhaltung ist auch sehr interessant, hier immer hin schon in Excel gestaltet.
Meine Idee war, auch mal Grafiken über Ein und Ausgaben zu erstellen und somit
die „Geldschlucker“ besser erkennen zu können. Weiterhin soll nun bald auf eine
kommerzielle Softwarelösung umgestiegen werden; das interessiert mich natürlich
auch.
Die Webseite
Der
Internetauftritt auf agerto.jimdo.com ist schon sehr veraltet und es kommt mir
vor, als ob immer mal einfach Dinge eingefügt wurden, die aber kein
Gesamtkonzept aufweisen. Von wegen, was möchte der Besucher auf der
Internetseite erfahren, was möchten wir vom Besucher usw. Daher habe ich mich
an ein Konzept gewagt, jedoch ist es mit der kostenlosen Version sehr schwierig
eine brauchbare mehrsprachige Seite zu entwerfen. Bis jetzt gibt es nämlich eine
französische und eine deutsche Internetadresse, aber diese haben kein
einheitliches Design.
Die Besucher
Auch
einige Besucher kamen zu uns ins Zentrum. Unter anderen ein Ehepaar aus
Mannheim, die hier als Delegation eines Vereins zum 5. Mal nach Togo gekommen
sind, um ihre Projekte zu begutachten. Wie sie auf AGERTO gekommen sind ist
ganz lustig. Denn das Visum haben sie nicht in einer Togolesischen Botschaft
sondern bei einem togolesischen Hochkonsul beantragt. Eben dieser ist ein guter
Freund von Messan und legt zu jedem Visum immer einen Flyer von AGERTO dazu… Da
das Ehepaar zufällig in Kpalime halt gemacht und den Flyer nicht vergessen
hatten, sind sie vorbei gekommen und waren nach einer kleinen Tour hoch auf
begeistert.
Neue Ideen
Die Spendersuche
Natürlich
besteht meine Aufgabe auch darin, direkt Spender für das Projekt zu finden. Da
wir z.B. auf ca. 15 000€ Schulden sitzen, da das Gebäude der Schreinerei und
Schweißerei schnell, auch ohne ausreichend Spenden aufgebaut werden musste,
damit die Lehrlinge ihre Ausbildung nicht in brühender Hitze oder strömendem
Regen abhalten müssen.
Die Mappe und der Stadtplan
Weiterhin
habe ich mir überlegt, dass ich ganz schön ins kalte Wasser gefallen bin und
mir mühsam in den ersten 2 Monaten viel an Wissen über das Projekt, die Stadt,
die Kultur usw. aneignen musste und ich doch relativ auf mich allein gestellt
war. Daher die Idee eine Mappe für die nachfolgenden Freiwilligen zu enterwerfen
mit Tipps und Tricks, kulturelle Unterschiede, nützliche Ewe Wendungen,
Projektstruktur, Was wurde schon realisiert, wer sind die Partner usw. usf.
Auch habe ich festgestellt, dass es keine Straßennamen geschweige denn eine
Karte von Kpalimé gibt, daher habe ich mir Sattelitenbilder aus dem Internet
gesucht, diese mühsam mit einem Grafikprogramm zusammengefügt und somit eine
große Karte anfertigen können, indem ich die Haupt- und Nebenstraßen
nachgezeichnet habe und nun eine saubere Karte des Straßennetzes von Kpalimé
besitze, welches nun nur noch beschriftet und gestaltet werden muss und dann
zusammen mit all den anderen Tipps und Tricks in eine Mappe getan und an die
nächsten Volontäre weiter gegeben werden kann. Dadurch wird die
Einarbeitungszeit, denke ich um einiges verkürzt und somit die Arbeit früher und
effektiver angefangen…
Ihr
merkt schon es gibt viel zu tun, ich habe viele Ideen und bin zuversichtlich,
dass ich vieles davon umsetzten kann.
Agerto arbeitet auch!
Aber auch AGERTO ist nicht untätig gewesen. Es
wurde weiter fleißig am Wasserturm für das Krankenhaus in Goudeve gearbeitet
und am 23.11 wurde dieser feierlich eingeweiht. Das Wasser wird über 30 000
Menschen zu gute kommen und rettet schon jetzt Leben. Weiterhin haben 11
Lehrlinge der Schreinerei, Schweißerei und Schneiderei ihre dreijährige Ausbildung abgeschlossen und
auch dies wurde mit großen Festivitäten am 21.11 zelebriert, dazu aber bald
noch genaueres.
Die Freizeit
lle de jeux“ – eine Spielzimmer, wo ein paar alte Röhrefernseher und PS2en stehen, das sind alte Spielekonsolen.
Der Klavierspielentzug
Die Wochenenden
Dann
bleiben ja auch noch die Wochenenden! Keine Arbeit heißt viel Zeit zum schlafen
und zum Unternehmen. Ich war u.a. in
Tomegbe, einem kleinen Bergdorf bei Messan zu Hause und habe mit seinem Sohn
Samson einen Wasserfall besichtigt, oder wir waren auch im Norden in Kara zu
einer Beerdigung eines einheimischen Bekannten von mir, der an Hepatitis und
Leberkrebs gestorben ist. Dazu aber bei Gelegenheit mehr. Wenn ich mal gerade
nicht auf Reisen bin, dann gehen wir gerne auf die weitläufigen Märkte und
schlendern ein wenig herum, sich von den Angeboten begeistern lassend, und bei
einer frischen Kokosnuss und einem Hibiskussaft die Sonne auf das Haupt
scheinen lassen. Oder aber ein Schwimmbecken eines der viele Hotels der Umgebung
besuchen und dort leckere Avocado und Papaya essen, die Beine hochlegen und
unter Palmen den Tag genießen. Oder man lässt sich bei einem Besuch in einer
Boutique bei einem frischen Ananassaft, afrikanische Kunst, Trommelrhythmen und
Spiele vorstellen um nur einiges zu nennen…
Ich
hoffe ich schaffe es einiges noch ausführlicher zu beschreiben, aber so habt
ihr erst mal einen groben Überblick!

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